Frankreich verzeichnet 2025 erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg mehr Todesfälle als Geburten
January 14, 2026140 AufrufeLesezeit: 2 Minuten

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Im Jahr 2025 erlebte Frankreich ein bedeutendes demografisches Ereignis, als die Zahl der Todesfälle die Zahl der Geburten zum ersten Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs überstieg. Offizielle Daten zeigen, dass 651.000 Menschen starben, während 645.000 Geburten verzeichnet wurden. Dies deutet auf potenzielle demografische Herausforderungen hin, die die französische Wirtschaft und Gesellschaft in den kommenden Jahren beeinflussen könnten.
Rückgang der Fertilitätsrate und seine Auswirkungen
Das Nationale Institut für Statistik und Wirtschaftsstudien (INSEE) berichtete, dass die Fertilitätsrate auf 1,56 Kinder pro Frau gefallen ist, was den niedrigsten Wert seit dem Zweiten Weltkrieg darstellt und unter dem erforderlichen Niveau von 1,8 liegt, um die Rentenfinanzierung langfristig zu sichern. Dieser Rückgang folgt einem signifikanten Rückgang der Geburtenraten, der durch die COVID-19-Pandemie verstärkt wurde.
Frankreich hatte sich lange durch eine robustere demografische Struktur im Vergleich zu anderen EU-Ländern ausgezeichnet, doch der Anstieg der älteren Bevölkerung bringt ähnliche Herausforderungen mit sich, insbesondere in Bezug auf die öffentlichen Ausgaben für Gesundheit und Renten.
Wirtschaftliche Warnungen
Der französische Rechnungshof warnte im vergangenen Monat, dass demografische Veränderungen Druck auf den Staatshaushalt ausüben könnten, da die Steuerbasis schwindet und die Kosten für soziale Dienstleistungen steigen. Der Wirtschaftsexperte Philippe Criville vom Forschungszentrum Circl de Barn erklärte: „Mit dem Ruhestand der Generationen, die in den 1960er Jahren geboren wurden, wird erwartet, dass der Druck auf den Arbeitsmarkt und der Mangel an Arbeitskräften in den kommenden Jahren zunehmen wird.”
Bevölkerungswachstum trotz steigender Todeszahlen
Obwohl die Zahl der Todesfälle ansteigt, hat die Bevölkerung Frankreichs leicht zugenommen und erreichte im Jahr 2025 69,1 Millionen Menschen, unterstützt durch einen Nettozuzug von etwa 176.000 Personen. Diese Entwicklungen werden als frühe Anzeichen für tiefgreifende demografische Veränderungen angesehen, die eine Neubewertung der zukünftigen sozialen und wirtschaftlichen Politiken erfordern könnten, um das Gleichgewicht zwischen der Erwerbsbevölkerung und der Zahl der Rentner in Frankreich zu gewährleisten.
