Französische Zentralbank warnt vor finanziellen Risiken bei unzureichender Defizitsenkung
January 10, 2026104 AufrufeLesezeit: 2 Minuten

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François Villeroy de Galhau, Präsident der Banque de France, warnte, dass Frankreich vor einer "finanziellen und wirtschaftlichen Erstickung, die Generationen überdauern könnte", steht, wenn das Haushaltsdefizit in diesem Jahr nicht auf 5 % oder weniger gesenkt wird.
In einem Radiointerview am Samstag erklärte Villeroy de Galhau, dass ein anhaltendes Defizit den Staat in eine prekäre Lage bringen könnte, sowohl finanziell als auch wirtschaftlich, und zukünftige Generationen belasten würde. Er betonte die Notwendigkeit, ein Gleichgewicht zwischen der Unterstützung älterer und jüngerer Menschen zu finden, da das aktuelle Rentensystem die junge Generation stark belastet. "So kann es nicht weitergehen", fügte er hinzu.
Der Zentralbankpräsident wies darauf hin, dass viele benachbarte europäische Länder erfolgreich ihre Haushaltsdefizite gesenkt haben. Er forderte das französische Parlament auf, einen Kompromiss zu finden, um den Haushaltsentwurf für 2026 zu verabschieden und das Defizit durch Ausgabenkontrolle und "kluge" steuerliche Entscheidungen zu reduzieren.
Das französische Parlament hat am Donnerstag die Diskussion über den Haushaltsentwurf für 2026 wieder aufgenommen, der ursprünglich darauf abzielte, das Defizit auf 4,7 % des BIP zu senken, unter anderem durch Steuererhöhungen und das Einfrieren von Renten und Sozialleistungen. Diese Maßnahmen wurden jedoch nach mehreren Änderungen zurückgezogen, und das Parlament konnte im Dezember 2025 keine endgültige Einigung erzielen, was Präsident Emmanuel Macron zwang, ein vorübergehendes Gesetz zur Sicherstellung der Finanzierung öffentlicher Einrichtungen zu erlassen.
Der Haushaltsentwurf soll voraussichtlich am 13. Januar erneut dem Parlament vorgelegt werden, nachdem er vom Finanzausschuss überprüft wurde, mit dem Ziel, eine konsensfähige Version zu finden, die sowohl das Abgeordnetenhaus als auch den Senat zufriedenstellt.
