Die US-Regierung erwägt Maßnahmen zur Erweiterung ihrer Atomwaffenarsenale, nachdem der "New START"-Vertrag, das letzte bedeutende Abkommen zur Kontrolle von Atomwaffen zwischen den USA und Russland, ausgelaufen ist. Berichten zufolge könnten diese Schritte jahrzehntelange Beschränkungen aufheben, die die Größe des US-Atomwaffenarsenals begrenzt haben.
Erste Atomtests seit den 1990er Jahren möglich
Nach aktuellen Informationen prüft Washington die Möglichkeit, einen begrenzten Atomtest durchzuführen, was den ersten Test dieser Art seit 1992 darstellen könnte. Die US-Regierung hat jedoch keine Details zu den potenziellen Tests oder der Art der möglichen eingesetzten Waffen veröffentlicht, während Szenarien zur Verbesserung der nuklearen Fähigkeiten diskutiert werden, einschließlich der Wiederaktivierung von in Lagern gelagerten Waffen.
Globale nukleare Dynamik könnte sich ändern
Experten interpretieren die bevorstehenden Schritte der USA als Anzeichen für eine neue Phase strategischer Konkurrenz unter den großen Atommächten oder als Druckmittel, um andere Länder zur Rückkehr an den Verhandlungstisch für einen neuen trilateralen Rüstungsbegrenzungsvertrag zu bewegen.
Ende von 15 Jahren Rüstungsbeschränkungen
Der "New START"-Vertrag, der die Obergrenze für die stationierten Atomwaffen der USA und Russlands auf etwa 1550 Sprengköpfe pro Seite festlegte, endete, nachdem Washington einen russischen Vorschlag zur informellen Verlängerung abgelehnt hatte, während Gespräche über ein alternatives Abkommen stattfanden.
Kritik am Vertrag und Fokus auf Abschreckung
US-Beamte haben den vorherigen Vertrag als unausgewogene Einschränkung für die USA kritisiert und betont, dass das Ende des Abkommens Washington mehr Spielraum bei der Entwicklung von Modernisierungsprogrammen für Atomwaffen gibt, die erhebliche Investitionen in U-Boote, Bomber und strategische Waffendepots umfassen.
Pläne zur Stärkung der nuklearen Marinefähigkeiten
Die Pläne der USA zielen darauf ab, die Bewaffnung der "Ohio"-U-Boote zu verstärken, die jeweils 24 Abschussröhren für Raketen besitzen. Die US-Marine hatte zuvor vier Röhren in jedem U-Boot deaktiviert, um den Beschränkungen des Vertrags Rechnung zu tragen, doch das Ende des Abkommens könnte die Wiederaktivierung dieser Röhren ermöglichen und die Anzahl der auf U-Booten transportierten Atomraketen erhöhen.
Politische Dimensionen der nuklearen Aufrüstung
Analysten sehen in der verstärkten Verbreitung von Atomwaffen auch politische Implikationen, da sie als Druckmittel eingesetzt werden könnten, um Gegner der USA zur Rückkehr an den Verhandlungstisch zu bewegen, was an die Strategien der Abschreckung und nuklearen Manöver während des Kalten Krieges erinnert.