Nioro du Sahel: Belagerung durch Extremisten führt zu humanitärer Krise
January 10, 2026101 AufrufeLesezeit: 2 Minuten

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Seit Anfang September 2023 ist die Stadt Nioro du Sahel im Südwesten Malis, nahe der mauretanischen Grenze, unter einer strengen Belagerung durch die Gruppe "Jama'a Nusrat ul-Islam wa al-Muslimin". Diese Situation hat die Stadt vollständig isoliert und den Bewohnern den Zugang zu grundlegenden Bedürfnissen verwehrt.
Eine Stadt ohne Ausweg
Die bewaffnete Gruppe hat alle Straßen zur Stadt blockiert, wodurch der Zugang zu und von Nioro du Sahel extrem gefährlich geworden ist. Einheimische berichten, dass Personen, die auf den Straßen gesehen werden, oft entführt werden, während viele weiterhin vermisst sind.
Akuter Nahrungsmangel
Die Belagerung hat zu einem kritischen Mangel an Lebensmitteln und anderen Gütern geführt, was die Preise auf den lokalen Märkten erheblich in die Höhe getrieben hat. Während einige Nahrungsmittel vollständig verschwunden sind, haben sich die Preise für andere Produkte verdoppelt, wodurch beispielsweise Vieh für viele unerschwinglich geworden ist.
Kollektive Bestrafung
Die Einwohner berichten, dass sie gezielt von den Bewaffneten angegriffen werden, die sie beschuldigen, das malische Militär zu unterstützen. In den letzten Monaten wurden Dutzende Zivilisten aus diesem Grund festgenommen oder entführt, was von den Anwohnern als "kollektive Bestrafung" wahrgenommen wird. Ein Sprecher der Einwohner appellierte in einer Videobotschaft an die Behörden, dringend zu handeln, und betonte, dass die Stadt "in täglicher Angst lebt und nicht weiß, wann dieser Albtraum enden wird".
Fehlende Sicherheitspräsenz
Obwohl die malische Regierung weiterhin administrative Aktivitäten in der Stadt aufrechterhält, fehlt es an einer dauerhaften militärischen Präsenz, was die Bewohner ohne Schutz lässt und ihre Fähigkeit einschränkt, sich gegen die bewaffneten Gruppen zu verteidigen oder die Belagerung zu beenden.
Militärische und diplomatische Optionen
Das malische Militär führt zwar weiterhin Operationen in der Umgebung durch, jedoch sind sich lokale Verantwortliche einig, dass Gewalt allein nicht ausreicht. Sie fordern die Eröffnung von Dialogmöglichkeiten, um das Leid der Zivilbevölkerung zu lindern und die Belagerung zu beenden.
Die Belagerung als Kriegsstrategie
Die Ereignisse in Nioro sind kein Einzelfall, sondern Teil einer wiederkehrenden Strategie der Gruppe "Jama'a Nusrat ul-Islam wa al-Muslimin", die darauf abzielt, Städte und Gemeinden durch Kontrolle ihrer Verkehrswege zu isolieren, wie bereits in Farabougou, Timbuktu und Léré geschehen ist.
