Saif al-Islam Gaddafi: Berichte über seinen Tod in Libyen nach bewaffnetem Vorfall

In einem Vorfall, der Libyen erneut in den Fokus rückt, wurde Saif al-Islam Gaddafi, der Sohn des verstorbenen libyschen Führers Muammar Gaddafi, bei einem bewaffneten Angriff auf sein Haus in der Nähe von Zintan im Westen des Landes getötet. Die Berichterstattung über die Umstände des Vorfalls ist widersprüchlich, und es bestehen Unklarheiten über die Identität der Täter.
Eine Quelle aus dem Umfeld der Gaddafi-Familie gab an, dass vier Bewaffnete den Angriff durchführten, nachdem sie die Überwachungskameras in seinem Wohnsitz deaktiviert hatten. Die Angreifer flüchteten schnell, nachdem Saif al-Islam im Garten des Hauses verletzt wurde.
Die Quelle berichtete, dass seit den Mittagsstunden Kämpfe ausgebrochen waren und Saif al-Islam sich den Angreifern widersetzte und mit ihnen kämpfte, bevor er getötet wurde.
In einer ersten offiziellen Bestätigung erklärte Abdullah Othman, ein politischer Berater von Saif al-Islam, in einem kurzen Facebook-Beitrag, dass Saif al-Islam getötet wurde, ohne weitere Einzelheiten zu den Umständen oder den Tätern zu nennen.
Die politische Gruppe von Saif al-Islam bekundete ihre Trauer und wies darauf hin, dass die Bewaffneten in seinen Wohnsitz eingedrungen waren, nachdem sie die Überwachungssysteme deaktiviert hatten. Der Kampf endete gegen 02:30 Uhr.
Es wurden Vorbereitungen zur Bergung der Leiche getroffen, und es gibt Forderungen nach einer offiziellen Übergabe und einer Autopsie.
In einer bemerkenswerten Wendung erklärte Ahmed Gaddafi, ein Verwandter von Saif al-Islam, dass dieser "selbst gegen die Angreifer gekämpft habe, bevor er getötet wurde". Er bestätigte auch, dass Saif al-Islam während des Angriffs verletzt wurde, ohne jedoch Einzelheiten zu seiner Verletzung oder seinem Gesundheitszustand zu nennen.
Ein Team der Staatsanwaltschaft ist zu Saif al-Islams Haus in Zintan gegangen, um Ermittlungen und Beweissammlungen durchzuführen. Quellen aus dem Familienumfeld berichten, dass bisher keine verlässlichen Informationen über die Hintergründe des Mordes oder die Motive vorliegen.
Die 444. Brigade, die der nationalen Einheitsregierung unter Abdul Hamid Dbeibah angehört, wies in einer offiziellen Stellungnahme jegliche Verbindung zu dem Vorfall zurück. Sie erklärte, dass keine militärischen Kräfte oder Feldpräsenz in Zintan oder dessen Umgebung existieren und betonte, dass sie nicht in die dort stattgefundenen Kämpfe verwickelt sei.
Libysche Medien berichteten, dass Saif al-Islam während Kämpfen zwischen zwei bewaffneten Gruppen in der Region Hamada, die zu Zintan gehört, getötet wurde, nachdem eine der Gruppen versucht hatte, ihn in seinem Haus festzunehmen.
Saif al-Islam Gaddafi, geboren am 5. Juni 1972, spielte vor 2011 eine bedeutende politische Rolle und galt als eine der prominentesten Figuren des ehemaligen libyschen Regimes, obwohl er kein offizielles Amt innehatte. Er wurde 2015 in Abwesenheit zum Tode verurteilt, bevor das libysche Oberste Gericht das Urteil aufhob und eine Wiederverhandlung anordnete. 2017 wurde er aus einem Gefängnis in Zintan entlassen, wo er seit dem Sturz des Regimes inhaftiert war.
Die Umstände seiner Ermordung bleiben eines der geheimnisvollsten und gefährlichsten Ereignisse in der libyschen Landschaft, während die offiziellen Ermittlungen in den kommenden Stunden oder Tagen fortgesetzt werden.
