Cyberangriffe: Wie Smartphones zur Zielscheibe werden

Der Angriff beginnt mit deinem Smartphone
Dr. Mohamed Mohsen Ramadan, Leiter der Abteilung für künstliche Intelligenz und Cybersicherheit im Arab Center for Research and Studies, warnte gegenüber «Al-Arabiya.net/Al-Hadath.net», dass die Gefahren näher sind, als viele Nutzer annehmen. Er betonte, dass der Kampf nicht mehr nur physisch ist, sondern auch um Daten und das Bewusstsein der Nutzer geht. Ramadan wies auf eine beispiellose Welle von Angriffen hin, die sich auf folgende Bereiche konzentrieren:
- Betriebssysteme von Smartphones
- Messaging- und E-Mail-Anwendungen
- Kommunikationsnetzwerke und Rechenzentren
- Cloud-Dienste und industrielle Steuerungssysteme
- Kritische Infrastrukturen
Angriffe ohne Nutzerinteraktion
Ramadan hob hervor, dass die gefährlichsten Angriffe die sogenannten Zero-Click-Angriffe sind, bei denen keine Interaktion des Nutzers erforderlich ist. Ein einfaches Internet-Connection kann ein Smartphone zum Ziel machen. Er erklärte: "Das Telefon in deiner Tasche könnte ohne dein Wissen zu einem Tor für Angriffe werden."
Geopolitische Dimensionen von Cyberangriffen
Er stellte fest, dass Cyberangriffe nicht nur Einzelpersonen betreffen, sondern auch als geopolitisches und wirtschaftliches Druckmittel eingesetzt werden. Das Hacken eines Beamtenhandys oder das Lahmlegen kritischer Infrastrukturen kann erhebliche Verluste und eine direkte Bedrohung der nationalen Sicherheit zur Folge haben.
Soziale Ingenieurkunst als Bedrohung
Ramadan erklärte weiter, dass Phishing und soziale Ingenieurkunst weiterhin zu den gefährlichsten Werkzeugen der Angreifer gehören. Dazu zählen:
- Falsche Nachrichten, die offiziell erscheinen
- Versteckte bösartige Links
- Gefälschte Anwendungen
- Digital bombardierte Werbung
Das Ziel ist nicht nur das Hacken, sondern auch der Diebstahl digitaler Identitäten und Bankdaten.
Gemeinsame Verantwortung für Cybersicherheit
General Khaled Al-Shazly, ehemaliger stellvertretender Innenminister Ägyptens, betonte in einem Interview mit «Al-Arabiya.net/Al-Hadath.net», dass Cybersicherheit keine Luxusangelegenheit mehr ist, sondern eine Notwendigkeit für die nationale Sicherheit. Er erklärte, dass der digitale Schutz eine gemeinsame Verantwortung von Staat, Institutionen und Bürgern ist. Wichtige Maßnahmen für Einzelpersonen umfassen:
- Sofortige Aktualisierung von Betriebssystemen und Anwendungen
- Vermeidung unbekannter Links und Nachrichten
- Verwendung starker, unterschiedlicher Passwörter
- Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung
- Herunterladen von Anwendungen nur aus offiziellen Geschäften
Cybersicherheit als Kultur
Al-Shazly wies auf die Notwendigkeit strenger Informationssicherheitspolitiken innerhalb von Institutionen hin, regelmäßige Penetrationstests durchzuführen und Mitarbeiter in Cybersicherheit zu schulen. Er sagte: "Cybersicherheit ist kein Programm, sondern eine Kultur und ein tägliches Verhalten."
Bewusstsein als Verteidigung
Abschließend betonte Al-Shazly, dass der menschliche Faktor sowohl das schwächste Glied als auch die stärkste Verteidigungslinie sein kann, wenn er geschult wird. Die Verbreitung digitalen Bewusstseins sei eine nationale Notwendigkeit. "Im digitalen Zeitalter ist Unwissenheit eine Schwachstelle, und Bewusstsein ist eine Festung. Wer sich heute nicht schützt, könnte morgen den Preis zahlen."
